EUR/USD: Volle Konzentration auf die US – Midterms

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Investing.com – Vor den US-Midterms handelt der EUR/USD in engen Spannen knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 1,1400 Dollar. Gemischte Konjunkturdaten aus dem Euroraum belasteten die Gemeinschaftswährung in den letzten Minuten.

Der EUR/USD notierte zuletzt auf 1,1405 Dollar und damit 0,03 Prozent im Minus. In der Spitze kletterte der Euro am Dienstag auf 1,1421 Dollar, konnte das Niveau aber nicht halten und drehte dann wieder gen Süden.

Im Fokus der Anleger stehen ganz klar die US-Midterms, zu deutsch US-Zwischenwahlen. Vor den ersten Hochrechnungen, die wahrscheinlich noch in der Nacht oder spätestens am darauffolgenden morgen vorliegen werden, dürfte der EUR/USD weiter seitwärts handeln.

Im Grunde gibt es drei Szenarien, wobei ein gespaltener Kongress das wahrscheinlichste Szenario darstellt, so die Experten der französischen Großbank Societe Generale (PA:SOGN).

  • Szenario 1: Gespaltener Kongress – Republikanischer Senat und demokratisches Repräsentantenhaus (sehr wahrscheinlich): Im Falle einer Verlangsamung der Konjunktur wäre die US-Wirtschaft wahrscheinlich anfälliger, da weitere wirtschaftliche Impulse ausbleiben dürften. Das fürchtet der Markt. Handelsspannungen zwischen China und den USA könnten nachlassen.
  • Szenario 2: Blaue Welle – Demokratischer Senat und demokratisches Repräsentantenhaus: US-Präsident Donald Trump droht zur ‘Lame Duck’ zu werden, da seine Partei die Mehrheit in beiden Häusern verloren hat. In diesem Fall wäre er politisch handlungsunfähig und es würde ihm sogar ein Amtenthebungsverfahren drohen. Potenzielles Aufwärtsrisiko bei Infrastrukturmaßnahmen.
  • Szenario 3: Rote Welle – Republikanischer Senat und republikanisches Repräsentantenhaus (sehr unwahrscheinlich): Dies ist das unwahrscheinlichste Szenario für die Märkte, welches kurzfristig den Risikoappetit der Anleger anheizen dürfte. Die Handelsspannungen und der Straffungszyklus der Fed stünden rasch wieder im Fokus.

Welche Auswirkungen könnte welches Szenario auf den US-Dollar haben?

Sollten die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat erlangen, so wäre dies wahrscheinlich negativ für den US-Dollar. In diesem Fall könnte der EUR/USD in Richtung 1,1491 Dollar klettern.

Sollte es zu einem gespaltenen Kongress kommen, also die Republikaner behalten die Mehrheit im US-Senat, verlieren aber die Kontrolle über das US-Repräsentantenhaus, so wäre dies wahrscheinlich ebenfalls negativ für den US-Dollar. Ein schneller Spike im EUR/USD über 1,1455 Dollar könnte zu Tage treten. Erst eine Stabilisierung darüber würde die Tür für weitere Kursgewinne eröffnen.

Gelingt es den Republikanern dagegen die Mehrheit im US-Senat sowie im US-Repräsentantenhaus zu behalten, so wäre dies wahrscheinlich positiv für den US-Dollar zu interpretieren. In diesem Fall wäre mit einem Re-Test der Unterstützung bei 1,1333 Dollar zu rechnen.

Unterdessen wurden gemischte Konjunkturdaten aus dem Euroraum veröffentlicht. Während der Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen in Italien unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten sank, stieg das Pendant aus Deutschland deutlich stärker als von Analysten im Vorfeld erwartet worden war. Auch übertraf der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum mit 54,7 Punkten die Erwartungen deutlich.

Der Preisdruck auf Erzeugerebene im Euroraum nahm auch deutlich zu. So stiegen die Erzeugerpreise mit 4,5 Prozent auf das Jahr hochgerechnet auf den höchsten Stand seit April 2017.

Der Euro gab im Vergleich zum britischen Pfund moderat nach. EUR/GBP sank um 0,01 Prozent auf 0,8746.

Für das britische Pfund im Verhältnis zum US-Dollar ging es abwärts. Auf Tagessicht verlor der GBP/USD 0,15 Prozent auf 1,3022 Dollar.

Der USD/JPY stabilisierte sich über der Marke von 113,00 und handelte zuletzt auf 113,13.

Der USD/CHF hält sich weiter über der Parität und handelte auf 1,049 und damit 0,04 Prozent im Plus.

Geschrieben von Robert Zach

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