Pips: Was sie im Forex Traiding bedeuten

Pips, kurz für “percentage in point” oder “price interest point”, stellt ein winziges Maß für die Veränderung eines Währungspaares auf dem Forex Markt dar.

In diesem Artikel erfahren Sie nicht nur was Pips sind, sondern auch wie man sie berechnet. Zusätzlich finden Sie Beispiele, um zu verstehen, wie klein ein Pips ist, sowie die Entstehungsgeschichte und andere wichtige Informationen.

Was ist ein Pips?

Ein Pips ist eine standardisierte Einheit im Forex Trading und ist der kleinste Betrag, um den sich eine Währungsnotierung ändern kann. Die Einheit sagt also aus wie stark eine Kursveränderung ist. Nur bezieht sich ein Pips heutzutage auf die 4. Nachkommastelle eines Währungspaares, nicht wie zum Beispiel Prozent, welches sich auf die zweite Nachkommastelle bezieht.

Ein Pips ist also nicht schwer zu verstehen. Hier nochmal die 5. Wichtigsten Fakten.

Pips:

  1. Beschreibt die Veränderung eines Kurses
  2. Bezieht sich dabei auf die 4. Nachkommastelle
  3. Ist eine Lösung, um sehr kleine Veränderungen zu bezeichnen
  4. International gültig
  5. Wird vor allem im Forex Trading genutzt

Definition und Geschichte

Früher und auch heute noch werden Pips, fälschlicherweise, als die letzte Nachkommastelle definiert. In der entfernten Vergangenheit traf das auch zu, da man an allen Handelsmärkten 4 Nachkommastellen bei den Währungspaaren sehen konnte. Mittlerweile ist es durch moderne Technik möglich 5 oder sogar mehr Nachkommastellen zu berechnen. In der Regel geben Broker deshalb 5 Nachkommastellen an. Das kann natürlich zu Verwirrung führen. Um das zu verhindern hat man sich auf die 4. Nachkommastelle als Bezeichnung für ein Pips geeinigt. Dieser Wert ist heute über alle Länder, Kontinente und Broker kompatibel und wird als fixe Einheit genutzt.

Wie groß ist ein Pips?

Ein Pips ist also eine standardisierte Einheit und ist der kleinste Betrag bzw. die 4. Nachkommastelle, um den sich eine Währungsnotierung ändern kann. Er beträgt in der Regel $0,0001 für auf den US-Dollar bezogene Währungspaare, was allgemeiner als 1/100 von 1 % oder ein Basispunkt bezeichnet wird. Somit ist er der 10.000ste Teil eines Währungspaares.

Möchte man Physisch verstehen wir groß ein Pips ist, um es sich besser vorstellen zu können, kann man interessante Beispiele heranziehen.

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt. 8.848 Meter sind es bis zu seiner Spitze. Eine unglaubliche und unvorstellbare Höhe. Steht ein 2-jähriges Kind am Fuße des Berges, ist es ungefähr ein Pips hoch. Denn das Kind passt mit seinen knapp 90 cm Höhe 10.000-mal in die Höhe des Mount Everest.

Ein anderes Beispiel zeigt nebenbei die extreme der Welt. Wirft man ein blick auf Geschwindigkeiten wird es gar nicht so leicht ein Beispiel zu finden, weil der Abstand von einem Pips zu dem zugrunde liegenden wert so groß ist. Dennoch hier ein Beispiel:

Ameisen können bis zu 0,8 m/s erreichen und sind somit ein 10.000stel so langsam wie eine Raumkapsel im Erdorbit.

Diese Beispiele zeigen gut, weshalb man die Einheit Pips braucht. Müsste man diese kleinen Kursschwankungen in Prozent angeben wäre der Betrag Ultra klein. Pips erlauben es diese Veränderungen in einer akzeptablen Größe anzugeben.

Hier eine kleine Übersicht über die Namen und Größen der Nachkommastellen:

Namen und Größen der Nachkommastellen

Aber wieso sind die Kursschwankungen so klein?

Im Forex Trading werden Währungspaare gehandelt. Sie sind das Verhältnis von einer Währung zu einer anderen. Zum Beispiel kostet 1€ aktuell 1.21253 $. Wie jeder sicher weiß ändern sich diese Wechselkurse nicht sehr stark. Mitbekommen tut man es zum Beispiel, wenn man in den Urlaub fliegt und für dort sein Geld umtauschen musste. Fliegt man zurückbekommt man praktisch dasselbe Geld wieder, wenn man es zurücktauscht. Die Veränderungen finden pro Tag circa auf der 3 Nachkommastelle statt. Das bedeutet, dass sie 1% selten übertreffen und viel stärker sind die Änderungen nie. Übersetzt heißt das 100 Pips am Tag.

Weshalb die Änderungen so klein sind hängt mit tausenden unterschiedlichen Faktoren zusammen. Einige wenige können wir hier Zusammenfassen. Alle Aufzuzählen wäre für uns erstens unmöglich und zweitens wäre die Liste ewig lang.

  1. Handel Bewegung: Jede Veränderung der Importe oder Exporte führt mit Sicherheit zu einer Veränderung des Wechselkurses. Wenn die Importe die Exporte übersteigen, steigt die Nachfrage nach ausländischer Währung, daher bewegt sich der Wechselkurs gegen das Land. Umgekehrt, wenn die Exporte die Importe übersteigen, steigt die Nachfrage nach inländischer Währung und der Wechselkurs bewegt sich zugunsten des Landes. Da sich die Importe und Exporte in der Regel nicht täglich stark verändern gilt es auch für die Währung.
  2. Kapitalbewegungen: Internationale Kapitalbewegungen von einem Land in ein anderes können entweder für kurze Zeiträume sein, um den hohen Zinssatz im Ausland zu nutzen, oder für lange Zeiträume, um langfristige Investitionen im Ausland zu tätigen. Jeder Export oder Import von Kapital von einem Land in ein anderes führt zu einer Änderung des Wechselkurses. Wenn z.B. eine große Menge an Kapital von England nach Indien transferiert wird, steigt die Nachfrage nach indischen Rupien (oder das Angebot an britischen Pfund) auf dem Devisenmarkt, sodass der Tauschwert der Rupie in Bezug auf das Pfund steigt. Das heißt, die Rupie wird in Bezug auf das Pfund an Wert gewinnen. Das Gegenteil wird passieren, wenn es eine Flucht des indischen Kapitals nach England gibt. Auch das passiert nicht unausgeglichen in so großem Maße, dass es den Kurs stark beeinflussen würde.
  3. Politische Bedingungen: Politische Stabilität eines Landes kann sehr dazu beitragen, einen hohen Wechselkurs für seine Währung aufrechtzuerhalten; denn sie zieht ausländisches Kapital an, wodurch sich der Wechselkurs zu seinen Gunsten bewegt. Politische Instabilität hingegen führt zu einer panischen Kapitalflucht aus dem Land, sodass die heimische Währung in den Augen von Ausländern an Wert verliert und folglich ihr Wechselkurs fällt. Dies passiert allerdings in der Regel langsam kann aber auch mal zu stärkeren Kurssprüngen führen.

Neben diesen 3 Faktoren gibt es unendlich viele, die den Wechselkurs beeinflussen. Da es so viele sind und im Endeffekt die ganze Wirtschaft des Landes eine Rolle spielt, ist das System sehr träge und stabil. Solche Kurse gezielt zu kippen ist eigentlich Politik und Zentralbanken überlassen. Die Kurse verändern sich aus diesen Gründen nur um einige Dutzend oder manchmal auch hunderte Pips pro Tag.

Hier ein Beispiel für die Währungsvolatilität im Dezember bei EUR/USD:

Beispiel für die Währungsvolatilität

Pippets noch kleiner als Pips

Seit einigen Jahren sind viele Broker dazu übergegangen, Wechselkurse mit 5 Dezimalstellen anzuzeigen. In solchen Fällen wird die letzte Ziffer des Wechselkurses als Pipetts bezeichnet.

Eine Pipette im Forex-Handel ist also einfach der Ein-Zehntel-Wert eines Forex-Pipses. Es ist nur für 5-stellige Broker anwendbar, und Pipetts erscheint entweder als die fünfte Dezimalstelle (außer JPY-Paare) oder die dritte Dezimalstelle (JPY-Paare) in den Wechselkursen der Währungspaare.

Wenn sich z.B. EUR/USD von 1,20685 auf 1,20686 (oder auf 1,20684) bewegt, wird diese 0,00001 USD Bewegung in beide Richtungen als ein Pippets bezeichnet.

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Broker die Wechselkurse in Pipetts anzeigt! Sie müssen die Pipetts einfach ignorieren, wenn Sie den Gewinn/Verlust berechnen, da die Pipetts kein anerkannter Standard für die Berechnung ist und keinen großen Einfluss auf Ihre Berechnung hat, es sei denn, Sie handeln mit riesigen Lotgrößen.

Was ist ein Lot

Lots sind die Anzahl der Währungseinheiten, die Sie handeln möchten. Es wurde verwendet, weil früher Devisenkassa nur in bestimmten Mengen gehandelt wurde, daher der Name Lots von Mengen. In der Vergangenheit, als man für den Handel ein größeres Kapital benötigte, wurden Lots verwendet, um die Einheiten zu standardisieren.

Zum Beispiel beträgt die Standard-Lotgröße 100.000 Einheiten eines Währungswertes. Wenn Sie also 1 Lot des EUR/USD handeln wollten, wäre das ein Wert von 100.000 Euro.

In Anlehnung an das oben Gesagte, würde der Handel mit 1 Lot in der Vergangenheit eine Rendite basierend auf dem Pip-Wert generieren (was auch extrem wichtig zu verstehen ist). Also ergibt 1 Pip Veränderung bei dem Handel mit einem Lot 10$ und somit 1% Rendite.

Heutzutage hingegen haben wir einen Hebel, der es dem Broker erlaubt, Ihnen die Differenz basierend auf der Marge, die Sie aufbringen, zu leihen. Mit dem gehebelten Handel öffnete sich die Welt für verschiedene Lotgrößen, denn heutzutage können Sie einfach mit $100 anfangen und mit dem Handel beginnen.

Dadurch wurden 3 neue Typen eingeführt:

Mini Lot
Mini Lots – dies ist die Bezeichnung für Währungshandelsgrößen im Zehntausenderbereich, also 1 Mini Lot = 10.000 Einheiten; 2 Mini Lots = 20.000 Einheiten, usw.

Mikro-Lot
Mikro-Lots – dies ist die Bezeichnung für Währungshandelsgrößen im Tausenderbereich, also 1 Mikro-Lot = 1.000 Einheiten; 2 Mikro-Lots = 2.000 Einheiten, usw.

Nano-Lot
Nano-Lots – dies ist die Bezeichnung für Währungshandelsgrößen im Hunderterbereich, also 1 Nano-Lot = 100 Einheiten; 2 Nano-Lots = 200 Einheiten, usw.

Sie können den Unterschied zwischen den Lotgrößen im Devisenhandel auf dem Bild unten sehen:

Unterschied zwischen den Lotgrößen

Fazit

Jetzt sollte klar sein was Pips sind und wofür man sie so benötigt. Außerdem haben Sie dank der Beispiele jetzt eine Vorstellung wie klein oder groß ein Pips ist. Um alles nochmal zusammenzufassen, hier das wichtigste über Pips:

  • Sind eine kleine Einheit im Forex Trading
  • Beschreiben die Veränderung der 4. Nachkommastelle
  • entsprechen 0,01%
  • Sind extrem klein
  • Werden im Zusammenhang mit Währungspaaren genutzt
  • Sind nicht zu verwechseln mit Pipetts die 1/10 Pip sind
  • Ein Lot steigt bei 1 Pip um 1%
Posted: 10.02.2021 | Ludmiła Gorodnichenko
Fehler
Nachricht: